ÖVP Windigsteig bei der 70 Jahre-Feier Lourdesgortte/Waldandacht

Der Pfarrgemeinderat und der Theater- und Kulturverein Windigsteig luden anlässlich der 70 Jahr Feier der Lourdesgrotte bzw. der Waldgrotte zu einer Prozession mit anschließender Maiandacht in der Waldgrotte.

Die Maiandacht wurde von der Pfarrassistentin Petra Zellhofer gefeiert und musikalisch von Chordirektor Walter Irschik als Ziehharmonikaspieler umrahmt.

Die Obfrau vom Theater- und Kulturverein, Eva Bartl berichtete anschließend über den bisherigen Wissensstand hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Waldandacht.

Anschließend wurde zu einem Pfarrkaffee in den Pfarrhof eingeladen. Während des Pfarrkaffees bestand die Möglichkeit, in der Pfarrkirche, den mündlich überlieferten Standort der Lourdesgrotte mittels Beamerprojektion anzusehen. So, wie es vielleicht damals einmal ausgesehen haben könnte.

Von der ÖVP Windigsteig nahmen an der Feier Vizebürgermeisterin und Gemeindeparteiobfrau Maria Knoll, der Geschäftsführende Gemeinderat und Gemeindeparteiobfrau-Stellvertreter Michael Bartl, Gemeinderat und Vorstandsmitglied Bernhard Poppinger und Gemeindegruppenobmann des Seniorenbundes Franz Litschauer teil.

 

Recherche zum Standort der Lourdesgrotte in der Kirche

Es gibt zwei Überlieferungen, wo die Statue in der Kirche gestanden sein sollte:
Eine ist von Herrn Leopold Weber, dessen Mutter, Frau Maria Kainz, ihm erzählte, dass sich die Marienstatue an dem Ort befand, an dem ich jetzt die Statue des heiligen Nepomuk befindet.

Die zweite Version stammt von Johann und Franz Poppinger:
Die Lourdesgrotte befand sich unter dem Chor, vis-a-vis vom Haupteingang, an der Wand. Ob es dort eine gemauerte Einbuchtung oder einen Holzvorbau gab, in der sich die Marienstatute befand, ist leider nicht bekannt.

Im Zuge der großen Renovierung der Pfarrkirche von 1950 bis 1953, bei der auch neue Holzbänke angeschafft wurden, musste die Lourdesgrotte weichen und fand in der Waldandacht ein neues Zuhause. So wurde die Lourdesgrotte zur Waldandacht.

Vielleicht stimmen auch alle zwei Versionen, nur zeitversetzt…

 

Recherche zum Standort Waldandacht

Laut mündlicher Überlieferung zweier Zeitzeugen, die Herren Johann und Franz Poppinger aus Edengans, stand schon vor 1950 ein Marienbild auf einen Holzsteher, später auf einen Baum montiert, bei dem Trampelpfad zum sogenannten „Färbergraben“. Dieses Bild war von der Straße aus, gegenüber der Brennerei, ersichtlich.

Im Zuge der großen Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche, die bereits 1950 eingeleitet wurden, musste die Lourdesgrotte 1953 weichen und fand, dank des damaligen Pfarrer, Pater Theodor Wurz, in der Waldandacht ein neues Zuhause.

Die Statue selbst wurde von Frau Maria Kainz, Windigsteig Nr. 25 (heute Hauptstraße 22, Familie Weber), immer um dem 1. Mai, aufgestellt und während der Wintermonate aus der Grotte genommen.

Erst um 1960 hat sich der Verschönerungsverein Windigsteig um die Pflege der Waldandacht angenommen.

Ein besonderer Dank gilt den Obmännern und Ehrenmitglieder des Verschönerungsverein, die im Zuge der 70-Jahres-Feier namentlich erwähnt wurden: Johann Koppensteiner, Richard Schmutz, Franz Wimmer, Maria Ölzant, Erna Zahrada, Theresia Schmutz, August Will, Karl Gehmayer, Richard Schön, Johann Beyer, Otto Scheidl, Karl Steinberger, Anton Dangl, Franz Wimmer, Emmerich Jäger, Josef Meixner und Johann Jachs.

1966 mauerten Leopold Brunner, Johann Koppensteiner, Franz Wimmer, Karl Schneider und Karl Gehmayer eine Stützmauer vor dem Wassergraben und die Steinkuppel der Grotte. Eine Wasserzufuhr, die unmittelbar unter dem Standraum der Marienstatue endet, wurde von Anbeginn hergestellt.

Zu Beginn stand eine „Holzkanzel“ in der Grotte, diese hatte aber witterungsbedingt keine lange Lebenszeit. Die Firma Steinmetz Mahringer aus Waidhofen spendete in den 60iger-Jahren einen „Gebetstein“, der vor der Waldandacht aufgestellt wurde. Der Opferstock war zu dieser Zeit schon vorhanden. Man nimmt an, dass dieser von der Pfarrkirche Windigsteig stammt.

Es war auch ein geschnitztes Holzschild neben der Straße angebracht. Dieses wurde von Richard Schön (Kaffeehaus Schön aus Zwettl) gespendet. Dieser hatte eine Verbindung zum ehemaligen Habison-Haus in Windigsteig (Marktplatz 7)

Viktor Scharf, ein Maler aus Windigsteig, hat die Marienstatue einmal renoviert. Der genaue Zeitpunkt ist nicht mehr bekannt.

Die Marienstatue betreute anfangs Frau Maria Kainz, von 1980 Frau Elfriede Folta, Waldweg 8, und seit 2002 hat sich Frau Irene Bartl, Gaisberg 8, dieser Aufgabe angenommen.

Der Name des Färbergrabens erhielt seinen Namen von seinem ursprünglichen Eigentümer, einem Färber namens „Wanderer“, welcher damals in Windigsteig Nr. 44 wohnhaft gewesen ist. Im Jahr 1922 kaufte Johann Knoll von diesem „Färber“ Haus und den dazugehörigen Grund. Seither ist ein Teil des Färbergrabens im Besitz der Familie Knoll, heute Landstraße 10.

Im Herbst 2000 übernahm der Theater- und Kulturverein die Obhut dieses schönen Platzes und pflanzte 120 Sträucher. Jedes Jahr um den 1. Mai wird die Grotte von Mitgliedern des Theater- und Kulturvereins gereinigt und kleiner Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde vom Vereinsmitglied und Zimmermann Johann Bauer das Eingangsmarterl sowie eine Sitzgelegenheit angefertigt bzw. erneuert.

Nach einer Hangrutschung im Färbergraben wurde die Waldandacht 2001 generalsaniert, wobei auch der Zugangsbereich an der Landstraße neugestaltet wurde.

2002 kam es zu neuerlicher Vermurung und Schäden an der Waldgrotte, welche nach der Katastrophe gemeinsam mit der Marktgemeinde beseitigt wurden.

Ein herzliches Dankeschön an den Pfarrgemeinderat, vertreten durch Peter Steinhauer, für die Unterstützung bei der Maiandacht, Iris Haslinger für die Unterstützung bei den Recherchearbeiten, den Zeitzeugen Leopold Weber, Erwin Riegler, Franz und Johann Poppinger, und den Mitgliedern des Theater- und Kulturvereins Windigsteig für die Instandhaltung der Waldandacht und die Idee zur Abhaltung der 70-Jahre-Feier!